Lernberatung 

Die Lernberatung ist sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrpersonen von grundlegender Bedeutung. Sie führt zu einer gemeinsamen Reflexion über den Lern- und Entwicklungsstand und ermöglicht gleichzeitig eine Absprache über die weiteren Lernschritte. Im Dialog zwischen Lehrendem und Lernendem und in enger Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten gewinnen alle Beteiligten einen vertieften Einblick in die Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten der Heranwachsenden.

Eine kontinuierliche Reflexion der Lernentwicklung verhilft der Schülerin und dem Schüler, eigene Lernfortschritte zu erkennen, Selbstverantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen, erreichte Kompetenzen und bedeutungsvolle Lern- und Entwicklungsschritte sichtbar zu machen. Selbsteinschätzung und Selbstbeurteilung der Schülerinnen und Schüler werden ergänzt durch die Fremdeinschätzung und Fremdbeurteilung.

(Auszug aus den RRL 2009, S.19)

Wir unterrichten Menschen, nicht Fächer

Es ist Aufgabe jeder Lehrperson, ihre Schüler und Schülerinnen aufmerksam, verständnisvoll und wohlwollend auf ihrem persönlichen Lernweg zu begleiten. Sie lädt Schüler und Schülerinnen ein, über sich selbst, über die Beziehung zu den anderen sowie über Entwicklungsschritte, Lernergebnisse und Lernstrategien nachzudenken. Lernberatung ist förderorientiert und von einer optimistischen Grundhaltung geprägt.

Es ist unser Ziel, dass unsere Schülerinnen und Schüler ihr Lernen zunehmend aktiv steuern und Verantwortung dafür übernehmen:

Ziele bieten Orientierung

  • Wir suchen geeignete Formen, um den Lernenden einen Überblick über die Jahresziele zu verschaffen, so dass sie sich mit den Anforderungen vertraut machen können. (z. B. Lernziel-Listen, Kompetenzraster...)
  • Wir teilen ihnen die Ziele eines Unterrichtsthemas mit, damit sie sich auf dem Lernweg orientieren können.
  • Wir geben regelmäßig die Ziele bekannt, damit die Kinder den Fokus darauf richten können und anschließend einschätzen können, in welchem Maße sie sich diesem Ziel genähert haben.

Um über das Lernen Gewinn bringend reden zu können, braucht es einen entsprechenden Wortschatz.

Dieser Wortschatz wird gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern im Laufe der Grundschulzeit ausgebaut und gepflegt. Im Unterricht werden in regelmäßigen Abständen Gespräche über Qualitäten einer Arbeit/einer Leistung geführt, über Stolpersteine, Erfolgswege und Lösungsstrategien. Die Lernenden formulieren auch persönliche Ziele. Sie werden dabei von den Lehrpersonen unterstützt.

Die Lehrpersonen thematisieren auch den eigenen Unterricht und treten mit den Lernenden in einen Austausch darüber, was als lernfördernd wahrgenommen wurde bzw. welche Lernbedürfnisse zu kurz gekommen sind.

Eigene Fortschritte und Leistungen einschätzen und zeigen

Die Schülerinnen und Schüler werden zur Selbstreflexion angehalten. Dabei steht die Können-Sicht („Das kann ich!“) im Vordergrund. Als Reflexionshilfen können Fragebögen, Selbsteinschätzungsbögen … dienen.

Die Schüler und Schülerinnen markieren – begleitet von den Lehrpersonen – Arbeiten, die ihre Lernentwicklung sichtbar machen. Sie orientieren sich dabei an Kompetenzzielen und Qualitätskriterien und treffen eine bewusste Auswahl. In einer kurzen schriftlichen Notiz kann festgehalten werden, was die Arbeit über das eigene Lernen aussagt.

Organisatorische Rahmenbedingungen

Alle Lehrpersonen eines Teams sind für das Transparent - Machen der Ziele, für die Lernberatung und für die Reflexion der Lernentwicklung verantwortlich. Das Team legt gemeinsam fest, in welcher Form diese angeboten bzw. durchgeführt werden.

Die Beratungsgespräche mit Schülerinnen und Schülern können individuell oder im Rahmen einer gemeinsamen Reflexion in der Klassengemeinschaft erfolgen. Sie werden jedenfalls im Rahmen des Kernunterrichts abgewickelt.

Die Information und der Austausch mit den Eltern erfolgt im Rahmen der Elternsprechtage oder der individuellen Sprechstunde.