Umgang mit
Vielfalt /
Inklusion als Prinzip

In einem inklusiven Umfeld ist jeder verschieden, alle sind willkommen und profitieren voneinander. Dieser Ansatz hilft Barrieren im Innen und Außen abzubauen, was zu mehr Offenheit, Toleranz un einem besseren Miteinander führt.
In unseren Klassenzimmern wird deshalb Vielfalt als Chance zu eigenem Wachstum und als Bereicherung gesehen. Jedes Kind ist anders: in seinen Stärken, in seinen Bedürfnissen, in seinen Interessen, in seiner Art der Wahrnehmung, in seinen Vorlieben für bestimmte Lern- und Arbeitsformen, in der Lernfähigkeit, in seinem Arbeitstempo, im individuellen Leistungsstand, im Grad der Hilfsbedürftigkeit, in der Übernahme von Verantwortung.

Diese Vielfalt leben wir täglich und versuchen ihr durch verschiedenste Lernangebote gerecht zu werden. Wir orientieren uns am Motto: „Nicht jedem das Gleiche, sondern jedem das Seine aufgrund seiner individuellen Möglichkeiten“.

Was fördern wir?

Wir fördern Begabungen, Interessen, Fähigkeiten, Kreativität und Fantasie der Schülerinnen und Schüler, indem wir nach Möglichkeit Unterrichtssituationen arrangieren, in denen die Kinder diese einbringen und weiter entwickeln können und in denen unterschiedlichen Niveaus, Lerntempi und Lerntypen Raum gegeben wird. Besonders geeignet sind dabei offene Unterrichtsformen sowie das Forschen an selbst gewählten Themen, das Freie Schreiben, freie Lesezeiten, Schultheater, aktiv-entdeckendes Lernen in Mathematik …
Präsentationsrunden geben den Kindern die Möglichkeit, sich in der Rolle des Experten oder der Expertin zu erleben oder – als Zuhörer oder Zuhörerin -  die Vielfalt der Interessen, Ideen und Fähigkeiten zu erleben und neue Impulse für die eigene Arbeit zu erhalten.

Das Erkennen von besonderen Fähigkeiten ist die Voraussetzung für eine kompetente didaktische Förderung. Durch entsprechende Fortbildung und Lektüre wollen wir uns das notwendige Wissen aneignen, um verschieden begabten Schülerinnen und Schülern geeignete Lernangebote machen zu können. Bei Bedarf nehmen wir  die Unterstützung durch die Fachleute in Anspruch, die wir  in den eigenen Reihen oder in den entsprechenden Dienststellen finden.

Um besonders begabte Schüler/innen zu fördern und ihnen einen Austausch zu ermöglichen, organisieren wir spezielle Angebote auf Sprengelebene zu ausgewählten Teilbereichen (Sprachen, Mathematik …).
Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgt dabei nach folgenden Kriterien:

  • vertieftes Interesse für den angebotenen Fachbereich
  • Kreativität und Flexibilität im Denken, Verstehen und Handeln
  • großes Interesse und Motivation, Neues zu lernen
  • Engagement und Bereitschaft, Inhalte zu vertiefen
  • Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen
  • eigenständige Arbeitsweise
  • Teamfähigkeit
Besondere Unterstützung brauchen wir
  • wenn sich Hinweise auf eine Lernschwäche oder Entwicklungsstörung verdichten
  • wenn Kinder stark verhaltensauffällig sind oder sich das Verhalten eines Kindes plötzlich ändert
  • wenn Kinder körperliche oder geistige Beeinträchtigungen haben
  • wenn Kinder mit Migrationshintergrund in die Klasse kommen
  • ...

In solchen Fällen suchen wir Unterstützung beim Psychologischen Dienst der Sanitätseinheit, bei der Schulberatung, beim Dienst für Integration, im Sozialsprengel oder im Sprachenzentrum.

Auf Anraten der Lehrpersonen oder aus eigenem Interesse wenden sich die Eltern an den Schulpsychologen, der für Kinder mit einer Beeinträchtigung eine Diagnose bzw. einen Klinischen Befund erstellt.
Die Kinder mit Diagnose haben Anrecht auf Differenzierung und differenzierte Bewertung und auf die Zuweisung einer Integrationslehrperson bzw. einer Mitarbeiterin für Integration (Gesetz 104/1992).
Das Gesetz 170/2010  verpflichtet zudem alle Lehrpersonen,  die Schüler und Schülerinnen gezielt zu beobachten, um möglichst frühzeitig Lernschwächen zu erkennen und bei Bedarf  in gemeinsamer Verantwortung Frühförderung anzubieten, Ausgleichsmaßnahmen und Kompensationsmittel sowie Befreiungsmaßnahmen anzuwenden und die Dokumentation der Lernwege vorzunehmen.
Schüler mit psychologisch attestierter Lernschwäche in einem Teilbereich haben Anrecht auf Differenzierung und auf differenzierte Bewertung. Sie werden nach Möglichkeit durch die Zuweisung von Teamstunden oder von der Klassenlehrperson betreut.

Bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten kann die Schulberatung angefordert werden, welche den Lehrpersonen und evtl. den Eltern beratend zur Seite steht. Mit Einverständnis der Eltern werden auch außerschulische Maßnahmen vermittelt.

Bei Hinweisen auf Vernachlässigung, Gewalt oder Missbrauch am Kind wird mit dem Sozialsprengel Kontakt aufgenommen.

Kommen Kinder mit Migrationshintergrund in die Klasse, so berät das Sprachenzentrum bei der Erstellung der Ausgangslage und des persönlichen Lernplans, beim Ankauf von Lehrmitteln und bei der Koordinierung von außerschulischen Begleitmaßnahmen. Weiters bietet es den Lehrpersonen die Möglichkeit zum Erfahrungs- und Informationsaustausch.

Die Direktorin verteilt nach Bedarf und unter Berücksichtigung der Vorgaben des Schulpsychologen die vom Schulamt zugewiesenen personellen Ressourcen.

Die Entwicklung und Umsetzung von Fördermaßnahmen obliegt jeweils dem gesamten Team.

Für den Ankauf didaktischer Materialien für spezielle Bedürfnisse sind eigene Geldmittel vorgesehen.

Die Lehrpersonen werden durch gezielte Fortbildung in die verschiedenen Herausforderungen und Problematiken eingeführt.

Beim Übertritt in eine andere Stufe (Kindergarten- Grundschule, Grundschule – Mittelschule) wird für Kinder mit Diagnose ein Funktionelles Entwicklungsprofil (FEP) erstellt und es finden Übertrittsgespräche statt, auf Grund derer die aufnehmende Institution Maßnahmen planen kann.

Aufgabenbereich der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für Integration

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für Integration sind dem Kind zugewiesen.

Sie fördern die persönliche und soziale Autonomie des Kindes mit Behinderung und unterstützen es in den Anforderungen des täglichen Lebens, denen es aufgrund der Behinderung nicht gewachsen ist.

Die Mitarbeiterin für Integration arbeitet selbständig oder zusammen mit dem Lehrpersonal den Hinweisen des individuellen Erziehungsplanes entsprechend an der Eingliederung von Schülern und Schülerinnen mit Behinderungen in den Schulen. Sie hilft bei der Erstellung des funktionellen Entwicklungsprofils und des individuellen Erziehungsplans und trägt zur Bestimmung von Stärken, der Festlegung von Zielen und methodischen Strategien bei. Sie nimmt mit beratender Funktion an den periodischen Sitzungen der Kollegialorgane und – auf das betreute Kind begrenzt – an den Bewertungskonferenzen teil.

Die Gruppe der Integrationslehrpersonen und der Mitarbeiterinnen für Integration trifft sich unter der Leitung der Koordinatorin regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und zur gemeinsamen Planung. In dieser Gruppe wird auch spezifische Fortbildung angeboten.

Aufgabenbereich der Integrationslehrpersonen

Die Integrationslehrerin / der Integrationslehrer wird der Klasse zugewiesen.

Die Klassen- und Integrationslehrerinnen teilen sich die Verantwortung für die Klasse. Sie sind beide für die Förderung aller Schüler und Schülerinnen der Klasse zuständig. Durch die Anwesenheit beider Lehrerinnen und durch die Wahl geeigneter Unterrichts- und Organisationsmethoden sollte es besser möglich sein, Kinder mit Funktionsdiagnose in die Klassengemeinschaft zu integrieren und sie spezifisch zu fördern.

Die Integrationslehrperson beschließt gemeinsam mit den Klassenlehrerinnen die Ziele, die in dem betreffenden Jahr von einem Schüler / einer Schülerin mit Funktionsdiagnose erreicht werden sollen. Diese Ziele werden im individuellen Bildungsplan (IBP) festgehalten. Der IBP wird von den Klassenlehrerinnen und Integrationslehrerinnen gemeinsam erstellt. Er wird in schriftlicher Form den Eltern übermittelt. Auch sonst wird eine enge Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule angestrebt.

Damit die gesteckten Ziele erreicht werden, bedarf es einer engen Zusammenarbeit zwischen Klassen- und Integrationslehrerin. Der Unterricht sollte deshalb gemeinsam geplant werden.

Die Gruppe der Integrationslehrpersonen und der Mitarbeiterinnen für Integration trifft sich unter der Leitung der Koordinatorin regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und zur gemeinsamen Planung. In dieser Gruppe wird auch spezifische Fortbildung angeboten.

Frühförderung

Vorausgeschickt…

Das Landesgesetz 170 aus dem Jahre 2010 erkennt„die Lese-Rechtschreibstörung, Schreibschwäche, die Rechtschreibschäche und die Rechenschwäche als Lernstörungen“ an und „verfolgt u.a. die Ziele, den betroffenen Schülerinnen und Schülern das Recht auf Bildung und den Lernerfolg zu gewährleisten...(Artikel 1 und Artikel 2)

Da das Lesen und Schreiben zu den Schlüsselkompetenzen für jede Art von Bildung gehört, ist es ein wesentlicher und wichtiger Auftrag der Grundschule, Kinder beim Schriftspracherwerb zu begleiten und zu unterstützen.
Manche SchülerInnen entwickeln trotz guter intellektueller Voraussetzungen und regelmäßiger Bildungsangebote gewisse Lernschwierigkeiten. Solche so genannten „Risikoschüler“ sollen durch eine frühzeitige Erkennung der Schwierigkeiten und durch gezielte Förderung unterstützt werden, damit mögliche Sekundärfolgen minimiert werden bzw. ausbleiben.
Alle ersten Klassen der neun Schulstellen des Sprengels werden von einer beauftragten Lehrperson begleitet. Ziel ist es, die SchülerInnen in den Bereichen Sprechen, Lesen und Schreiben gezielt zu beobachten, mit Blick auf die Vorläufermerkmale mögliche Schwierigkeiten frühzeitig zu erfassen und vorbeugende Maßnahmen in Bezug auf das Lernen zu setzen. Dies geschieht durch Beratung und Sensibilisierung der Lehrpersonen sowie durch speziell dafür entwickelte Lernstandserhebungen. Diese werden teils in der Gruppe teils in Einzelsituationen durchgeführt. Sie erfolgen auf spielerische Weise und ohne Druck für die Kinder. Die Ergebnisse werden den betreffenden Lehrpersonen mitgeteilt. Notwendige Fördermaßnahmen werden gemeinsam mit den Lehrpersonen eingeleitet und von diesen weitergeführt.

Kinder mit Migrationshintergrund

können jederzeit in die Schule eingeschrieben werden. Sie werden ihrem Lebensalter entsprechend einer Klasse zugewiesen, außer die Schule sieht Differenzen zwischen den Schulsystemen des italienischen Staates und des Herkunftslandes, den Klassenstufen und den festgestellten Kompetenzen. Dann wird die Einschreibung in die nächsthöhere oder –niedrigere Klasse vorgenommen.

Die Konzentration von Kindern mit Migrationshintergrund in einer Klasse wird nach Möglichkeit vermieden.

Bei Neuzugängen wird vom Lehrer – und Lehrerinnen-Team - evtl. in  Beratung mit dem Interkulturellen Mediator - die Ausgangslage erstellt (persönliche Daten, Migrations- und Sprachbiografie, Familiensituation und Fertigkeiten/Kompetenzen im Kognitiven, Sprachlichen und Sozialen) und über die zu treffenden Maßnahmen entschieden: Sprachförderung, Arbeit mit Interkulturellen Mediator/innen, Einsatz von didaktischen Materialien…

Die Minimalziele für die erste Zeit werden schwerpunktmäßig im IBP niedergelegt oder in der Ausgangslage festgehalten. Als Hilfe kann eine vom Bezirk ausgearbeitete Vorlage dienen.

Die Ressourcen für die unterrichtsbegleitenden Maßnahmen wie Sprachkurse werden aus einem eigens dafür vorgesehenen Topf im Stellenplan zugewiesen. Für Neuzugänge unter dem Schuljahr erfolgt die Zuweisung über die Sprachenzentren.

Außerschulische Sprachkurse werden vom Sprachenzentrum organisiert und finanziert und im Netzwerk Klausen angeboten. Wie Kinder an den Außenschulen diese nutzen können ist noch zu klären: eine „mobile Lehrperson“ ist angedacht, denkbar ist auch ein Transport der Schüler und Schülerinnen nach Klausen.

Ziel der Sprachenzentren ist darüber hinaus, in den größeren Zentren (Klausen) Sommerkurse und Sprachkurse vor Schulbeginn für Anfänger und Fortgeschrittene anzubieten.

Interkulturelle Mediatoren und Mediatorinnen werden von der Schule angefordert, um die Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule, Schule und Kind sowie zwischen Kindern zu ermöglichen. Sie werden vom Sprachenzentrum und vom Sprengel finanziert.

Für den Ankauf didaktischer Materialien sind eigene Geldmittel vorgesehen. Die Errichtung einer kleinen Mediathek im Sprengel für den Bedarf in der ersten Zeit wird angestrebt, ebenso ein eigener Klassenraum für die Spracharbeit. Eine Lehrperson übernimmt die Rolle der Ansprechpartnerin/Koordinatorin.

Wichtig ist eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen dem Klassenrat und allen Personen, welche den Lernweg des Kindes und seine Integration in die Gesellschaft unterstützen (Netzwerk schulische/außerschulische Förderung, Freizeitangebote, evtl. notwendige Übertrittsgespräche mit der aufnehmenden Institution…).

Auch der Einbezug des familiären Umfeldes (evtl. mit Hilfe von Interkulturellen Mediatoren und Mediatorinnen) stützt die Integration maßgeblich. Das Angebot von Deutschkursen für Eltern soll von Seiten des Sprachenzentrums ausgebaut werden, um ihnen die Teilnahme und Mitarbeit am Schulleben zu erleichtern. Damit soll auch möglichen Konflikten vorgebeugt werden.

Für die Übersetzung wichtiger Schulnachrichten und Mitteilungen kann die Hilfe eines Sprachmittlers/ einer Sprachmittlerin in Anspruch genommen werden. Hilfreich ist ein Elternabend, bei dem Eltern wichtige Informationen über unser Schulsystem und das Schulleben erhalten.

Interkulturelle Aktivitäten und Projekte, welche an den Schulen durchgeführt werden, fördern bei allen Beteiligten das Verständnis für andere Kulturen und das Interesse an der Vielfalt. Ziel solcher Projekte ist auch, die eigene kulturelle Prägung wahrzunehmen, Unterschiede und Ähnlichkeiten zu anderen Kulturen zu erkennen und Wissen um andere Kulturen, Religionen und Sprachen zu vermitteln.